1.7.2014 Neues vom Kokainfund in Kempten: Hausdurchsuchung bei Polizeibeamtin

1.7.2014. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Fall des Kokainfundes bei einem Kommissariatsleiter der Kriminalpolizeiinspektion Kempten hat das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West beamtenrechtliche Schritte gegen eine Polizeibeamtin eingeleitet.

Am 15.02.2014 war es nach einem eskalierten Familienstreit zu dem Fund von über 1,5 kg Kokain an der Arbeitsstelle des Leiters des Rauschgiftkommissariats der Kriminalpolizeiinspektion Kempten gekommen. Der Beamte, der sich seitdem in Untersuchungshaft befindet, wurde suspendiert. Die Ermittlungen zu dem Fall wurden aus Neutralitätsgründen dem Bayerischen Landeskriminalamt übertragen.

Im Zuge dieser Ermittlungen wurden am Vormittag des 01.07.2014 durch Beamte des BLKA Durchsuchungen der Wohnung sowie der dienstlichen Räume einer Polizeibeamtin durchgeführt. Aufgrund der in diesem Zusammenhang dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mitgeteilten Erkenntnisse wurde die Beamtin nach Abschluss der Maßnahmen des BLKA durch das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West vom Dienst suspendiert.

Die Beamtin, war zu keinem Zeitpunkt Angehörige der KPI Kempten, sondern wurde als Inspektionsbeamtin bei einer Schutzpolizeidienststelle verwendet.

Mitteilung der Staatsanwalschaft München I hierzu:

Im Zuge des seit Februar 2014 gegen einen 52-jähringen Kriminalbeamten der Kriminalpolizeiinspektion Kempten durch die Staatsanwaltschaft München I geführten Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge wurde heute bei einer 43-jährigen Polizeibeamtin aus Kempten durch Kräfte des Bayerischen Landeskriminalamts unter der Leitung eines Staatsanwalts der Staatsanwaltschaft München I ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts München am Dienstsitz und am Privatanwesen vollzogen. Auf Grund der laufenden Ermittlungen entstand der Verdacht, dass die jetzige Mitbeschuldigte im Zusammenhang mit dem Drogenbesitz ihres Kollegen stehen könnte.
Aus ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren Angaben zum Verfahren, insbesondere nicht zur Art, Menge und Herkunft der im Februar 2014 sichergestellten Betäubungsmittel und der Verdachtslage gemacht werden. Das Polizeipräsidium München Schwaben Süd/West hat die vorläufige Suspendierung der nunmehr beschuldigten Beamtin ausgesprochen.