5.7.2022 – Kripo ermittelt in Cybercrime-Fällen

6.7.2022 Kaufbeuren. Am späten Dienstagnachmittag, 05.07.2022, erschien ein 68-jähriger Anzeigeerstatter bei der Polizei Kaufbeuren, um einen Betrug anzuzeigen.

Am gleichen Tag erhielt der Senior einen Anruf von Herrn „Weiss“, der sich als Mitarbeiter einer Bank vorstellte. Dieser gaukelte dem Geschädigten vor, dass dessen Konto Unregelmäßigkeiten aufweise und aktuell drei Echtzeitüberweisungen blockiert werden müssten.

Um diese Überweisungen verhindern zu können, sollte der 68-Jährige den vermeintlichen Stornierungsvorgang autorisieren, dem der gutgläubige Geschädigte auch nachkam. Dabei wurden jedoch nicht die Buchungen geblockt, sondern drei Echtzeitüberweisungen in Höhe von mehr als 20.000 Euro freigegeben.

Zugleich stellte der Anzeigeerstatter weitere sieben Überweisungsversuche mit einem Gesamtvolumen von knapp 60.000 Euro fest, die allerdings gestoppt werden konnten.

(Symbolfoto: Bayerische Polizei)

Bei der vom Anrufer übermittelten Rufnummer handelte es sich um die vom Täter gespoofte (also simulierte) Servicenummer der Bank.

Über ein soziales Netzwerk wurde ein 20-jähriger Mann von einer Frau angeschrieben, die Interesse an dem jungen Mann bekundete und ihn zu einem Videocall überreden konnte.

In diesem „Gespräch“ wurde der 20-Jährige aufgefordert, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen, dem der Mann auch nachkam.

Kurze Zeit später wurde der junge Mann darüber informiert, dass ein anstößiges Video seiner Handlungen vorliege und er gegen die Zahlung von 500 Euro eine Veröffentlichung abwenden könne.

Jetzt erst wurde dem Geschädigten bewusst, dass er Opfer eines Erpressungsfalles mit Sexvideos, der sogenannten Sextorsion, wurde. Eine Zahlung oder eine Überweisung des geforderten Betrages erfolgte nicht.

(KPS Kaufbeuren)