6.6.2020 – Straßensperre bei Oberstdorf durchbrochen

7.6.2020 Oberstdorf. Am frühen Samstagabend bedrohte eine 49-jährige Frau ihren Bekannten mit einer Pistole und durchbrach im Anschluss eine Straßensperre der Polizei. Sie konnte nach umfangreichen Fahndungsmaßnahmen an ihrem Wohnanwesen in Ofterschwang festgenommen werden.

Am Samstagabend besuchte die 49-Jährige ihren Bekannten im Kleinwalsertal und bedrohte diesen mit einer vorgehaltenen Pistole. Im Anschluss fuhr sie mit ihrem Pkw über die „Walserschanz“ nach Deutschland.

In Abstimmung zwischen der Polizeiinspektion Kleinwalsertal (A) und der PI Oberstdorf wurden umgehend intensive Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Es war zunächst nicht klar, ob es sich bei der Pistole um eine Attrappe oder eine „scharfe“ Schusswaffe handelte.

Das Fahrzeug konnte schließlich im Bereich Oberstdorf in Richtung Sonthofen fahrend festgestellt werden. Der Pkw konnte kurz nach 20:00 Uhr auf der B19 am sogenannten „Alten Berg“ (Abzweigung Tiefenberg-Ofterschwang) durch Beamte der Polizeiinspektionen Sonthofen und Oberstdorf angehalten werden.

Als die eingesetzten Polizeibeamten die Frau kontrollieren und zum Aussteigen bewegen wollten, fuhr sie ohne Vorankündigung in Richtung der querstehenden Polizeiautos los und „durchbrach“ durch Umfahren der Polizeifahrzeuge die Straßensperre. Zu diesem Zeitpunkt musste davon ausgegangenen werden, dass die Frau eine scharfe Schusswaffe mit sich führt.

Die Polizeibeamten gaben zur Unterbindung der Weiterfahrt gezielte Schüsse auf einen Reifen des Pkw ab. Der 49-Jährigen gelang jedoch die Weiterfahrt.

Im Rahmen der weiteren Fahndungsmaßnahmen konnte die 49-Jährige in ihrer Wohnung in Ofterschwang ausfindig gemacht werden. Mit der Frau konnte telefonischer Kontakt hergestellt werden, woraufhin sie schließlich auch ihre Wohnung verließ. Beim Verlassen ihrer Wohnung wurde sie dann durch Spezialkräfte widerstandslos festgenommen.

Weil der Verdacht bestand, dass die Frau unter Medikamenteneinfluss mit Ihrem Auto fuhr, wurde in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Kempten eine Blutentnahme durchgeführt. Im Anschluss wurde sie in eine Klinik verbracht.

In der Wohnung der Frau wurde eine Spielzeugpistole aufgefunden, welche täuschend ähnlich einer halbautomatischen Pistole nachempfunden ist. Weiterhin wurden zwei „Feuerzeug“-Pistolen sichergestellt, welche ebenfalls im Äußeren von echten Schusswaffen nicht zu unterscheiden sind. In den Griffen der beiden Pistolen befinden sich versteckte, herausnehmbare Messerklingen.

Ein Beamter wurde im Rahmen der Anhaltung des Fahrzeugs der 49-Jährigen leicht verletzt, war aber weiterhin dienstfähig. Die 49-Jährige blieb unverletzt.

An den Polizeifahrzeugen entstand kein Schaden.

Bei der Fahndung, welche zur Ergreifung der Frau führte, war ein größeres Aufgebot an Polizeikräften beteiligt, darunter auch ein Polizeihubschrauber.

Die Erstermittlungen übernahm der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen. Gegen die Frau wurde nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Etwaige Straftaten in Zusammenhang mit der Bedrohungshandlung im Kleinwalsertal liegen zunächst in Zuständigkeit der österreichischen Justiz.

(KPI Memmingen, 11:45 Uhr, DG)

Symbolfoto (© Bayerische Polizei)

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