Antrag zur Förderung eines Aussichtsturms in Wangen gestellt

18.11.2021 Wangen im Allgäu. er Gemeinderat hat zugestimmt, dass die Landesgartenschau GmbH für den Bau eines Aussichtsturms im Rahmen der Landesgartenschau 2024 einen Antrag zur Förderung aus dem Programm „Tourismusinfrastrukturförderung“ beim Land Baden-Württemberg stellt.

Schon seit Beginn der Planungen zur Landesgartenschau 2024 ist der Bau eines Aussichtsturms Teil der Überlegungen, weil solche Türme immer besondere Attraktionen sind.

Auch in der Zeit nach der Gartenschau erfreuen sich die Türme großer Beliebtheit bei Bürgerinnen und Bürgern, aber auch bei Gästen aus der Region sowie bei Touristen, wie bei Vorgängerprojekten zu sehen ist.

Die Idee, die hinter der jetzt favorisierten Überlegung steht, ist zu zeigen, dass auch in der Architektur zunehmend Fragen der Nachhaltigkeit in Planung und Ausführung eine Rolle spielen.

Die Fakultät ICD (Institute for Computational Design / Institut für Computerbasiertes Entwerfen) der Universität Stuttgart versucht darauf in der Planung und in der Umsetzung Antworten zu finden bzw. zu erforschen.

Deshalb soll das Projekt gemeinsam dem ICD verwirklicht werden. Prof. Achim Menges ist dort Institutsleiter für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung.

In der Vergangenheit hat er sich schon mit mehreren Gartenschauprojekten beschäftigt, wie zum Beispiel mit dem Forstpavillion auf der LGS 2014 in Schwäbisch Gmünd, der Bundesgartenschau (BUGA) 2019 in Heilbronn, der Remstal Gartenschau 2019 und aktuell auch mit der BUGA Mannheim 2023.

Angesichts des hohen Ressourcenverbrauchs im Bauwesen wird Holz wiederentdeckt als einer der wenigen erneuerbaren Baustoffe, der zudem einen extrem niedrigen Primärenergieanteil aufweist und sogar CO2 speichern kann.

Somit gilt eines der ältesten Baumaterialien derzeit als eines der zukunftsfähigsten.

Der Entwurf des Turms verwendet einen neuartigen Selbstformungsprozess für gebogene Holzkomponenten. Diese bahnbrechende Entwicklung stellt einen Paradigmenwechsel in der Herstellung von gekrümmtem Holz dar: von aufwendigen und energieintensiven mechanischen Umformprozessen, die schwere Maschinen erfordern, hin zu einem Prozess, bei dem der Werkstoff sich ganz von selbst formt.

Diese Formänderung wird allein durch das Schwinden des Holzes bei abnehmendem Feuchtegehalt erreicht. Die Komponenten für den Turm werden eben hergestellt und krümmen sich beim üblichen industriellen Trocknungsprozess von selbst in die endgültige, vorausberechnete Form.

Die Machbarkeit selbstgeformter Brettsperrholzkonstruktionen wurde im Referenzprojekt des Urbach Turms (Remstalgartenschau 2019) von den Instituten ICD und ITKE der Universität Stuttgart erfolgreich dargelegt. Dient bei diesem Projekt der neuartige Holzbau jedoch lediglich als Haube, soll er im Aussichtsturm auf der LGS 2024 erstmalig für einen tatsächlich besteigbaren Aussichtsturm genutzt werden. Die Innenkonstruktion soll in Stahlbauweise gefertigt werden.

Zwei Standorte stehen zur Wahl

Zu Fristwahrung hatte die Landesgartenschau GmbH den Antrag zur Förderung öffentlicher Tourismusinfrastruktureinrichtungen am 1. Oktober 2021 fristgereicht eingereicht. Zwei Standortvorschläge stehen zur Auswahl. Beide befinden sich im Bereich der Argenwiese gegenüber der ERBA und Wohnquartier Auwiesen.

Die Argenwiese ist ein Teil des Argenparks und gleichzeitig die zentrale Grünfläche für die ERBA/Auwiesen. Dort wäre ein Aussichtsturm mit herrlicher Aussicht in Natur, Kulturlandschaft und gestaltetem Stadtraum wie der Altstadt, ERBA/Auwiesen, aber auch der Berge, des Schwarzensees und Vielem mehr ein echter Höhepunkt.

Zwei Varianten erscheinen möglich: Direkt an der Hangkante des Waldes im Bereich der Argenwiese sowie möglichst am höchsten Punkt, im Bereich des sogenannten Schindbühls. Dieser Standort liegt ca. zwölf Meter höher als der Standort der Variante 1. Die Turmhöhe wurde mit 30 Metern beantragt.

Die mögliche Förderung beträgt 60 Prozent der Projektkosten und zusätzlich fünf Prozent, wenn ökologisch hochwertige Baustoffe eingesetzt werden, wie z.B. Holz, was somit beim Wangener Aussichtsturm gegeben wäre.

Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf ca. 1,68 Mio. brutto. Als Projektierungszeit wurde für die Planung das Jahr 2021/2022 und für die Ausführungszeit 2023/2024 angegeben.