Buchvorstellung „Später wurde in der Familie darüber nicht gesprochen“

Donnerstag, 17. Dezember 2020
13:00

14.12.2020 Kaufbeuren. Gedenkbuch für die Kaufbeurer Opfer der NS- „Euthanasie“.

Am Freitag, 18.12.2020, wird das Gedenkbuch für die Kaufbeurer Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen mit dem Titel „Später wurde in der Familie darüber nicht gesprochen“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

Um 11 Uhr findet im Archiv des BKH Kaufbeuren, Kemnater Str. 16 ein Pressetermin statt (Abholung an der Pforte; mit Voranmeldung unter 08341/966 83 911 bzw. petra.weber@kaufbeuren.de).

Das Buch wird gemeinschaftlich vom Bezirk Schwaben, den Bezirkskliniken Schwaben und der Stadt Kaufbeuren herausgegeben und wurde von einer Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Michael von Cranach (Direktor des Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren 1980-2006), Dr. Petra Schweizer-Martinschek (Historisches Archiv des Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren) und Petra Weber (Museumsleiterin Stadtmuseum Kaufbeuren) erarbeitet.

Würdigung der 21 Kaufbeurer Opfer der NS- „Euthanasie“

Von 1939 bis 1945 wurden im Rahmen des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms etwa 300.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen ermordet. Die Heil- und Pflegeanstalt in Kaufbeuren mit ihrer Zweigstelle in Irsee war einer der Schauplätze im Allgäu, an dem diese Verbrechen stattfanden.

Das nun entstandene Gedenkbuch möchte die Namen und Lebensgeschichten der 21 Kaufbeurer Opfer würdigen und in das kollektive Gedächtnis der Stadt Kaufbeuren zurückholen. Neben der Darstellung der individuellen Lebensgeschichten enthält das Gedenkbuch eine Einführung, in der die historischen Zusammenhänge und die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren während der NS-Zeit beschrieben werden.

„Wir freuen uns sehr, dass wir erstmals mit diesem Gedenkbuch Biographien von Opfern der NS-„Euthanasie“ vorstellen können, die aus unserer Stadt stammen oder hier gelebt haben. Auf diese Weise soll die Erinnerung an das unfassbare Unrecht, das diesen Menschen angetan worden ist, aufrechterhalten werden“, so Dr. Petra Schweizer-Martinschek vom Historischen Archiv des BKH Kaufbeuren.

Die Initiative zum Gedenkbuch knüpft an das im August 2020 abgeschlossene Ausstellungsprojekt „Kaufbeuren unterm Hakenkreuz. Eine Stadt geht auf Spurensuche“ an, dem es darum ging, die NS-Vergangenheit der Stadt weiter zu erforschen.

Digitale Buchvorstellung

Coronabedingt kann derzeit keine Buchpräsentation stattfinden, aus diesem Grund soll das Buch in einer kurzen digitalen Buchvorstellung präsentiert werden. Diese wird am 18.12.2020, um 17.00 Uhr, auf dem Instagram-Kanal des Stadtmuseums Kaufbeuren ausgestrahlt (www.instagram.com/stadtmuseum_kaufbeuren) und kann auch auf der Homepage des Stadtmuseums (www.stadtmuseum-kaufbeuren.de) eingesehen werden.

Die Publikation ist erhältlich im Buchhandel sowie im Museumsshop des Stadtmuseums Kaufbeuren.