Die fünf Hörnerdörfer

Bolsterlang, Ofterschwang und Balderschwang, Fischen und Obermaiselstein. Fast klingen die Namen so, als ob jederzeit ein Hobbit pfeifend des Weges gelaufen kommen könnte, sich gemütlich eine Pfeife mit Auenland-Tabak stopfend. Pardon, natürlich hinkt der Vergleich. Denn die Bewohner der Hörnerdörfer haben weder ungewöhnlich behaarte Füße, noch Häuser mit runden Türen und Fenstern. Und doch gibt es einige Ähnlichkeiten, die Urlauber begeistern werden. Dass im Allgäu das Gras besonders grün und saftig ist, wird sicher niemand bestreiten. Dass die Allgäuer ein Völkchen sind, das Traditionen und Brauchtum liebt und trotzdem modern und marktwirtschaftlich denkt, ebenso wenig. Der Sinn für Humor und eine gewisse Gemütlichkeit kommen sicher von den vielen Sonnenstunden, die auch die Hörnerdörfer bescheinen. Die fünf Hörnerdörfer haben sich ein besonders schönes Fleckchen Allgäu ausgesucht. Auf dem Logenplatz im und über dem Illertal, umgeben von den Allgäuer Bergen, den Hörnern, lässt es sich gut Urlaub machen.

Fischen mit seinen sieben Ortsteilen liegt dort, wo sich das Allgäu von seiner schönsten Seite zeigt! Panoramagenießer schätzen den freien Blick auf die Allgäuer Hochalpen und die Weite des Illertales. Der Ort ist idealer Ausgangspunkt für Rad- und Mountainbiketouren sowie für Wanderungen im Tal und auf „sanfte Höhen“ sowie Bergtouren auf die nahegelegenen Berge. Fischen verfügt über ein ausgezeichnetes Heilklima und bietet von ambulanten Badekuren, physikalischen Therapien bis hin zur Vorsorge-Kompaktkur alle Möglichkeiten eines modernen Kurortes. Im „Fischinger Dorfbach“ gibt es ein natürliches Wassertretbecken für kneippsche Anwendungen. Nordic Walking, Qigong, Lauftreffs, Kräutergartenführungen und naturkundliche Exkursionen runden das Programm für den Aufenthalt ab. Ein für die Ortsgröße ungewöhnlich umfangreiches Veranstaltungsprogramm findet ganzjährig im lichtdurchfluteten Kurhaus „Fiskina“ statt. Vom 4-Sterne-Hotel bis zur familiär geführten Pension findet hier jeder sein Wohlfühlquartier.

Einem Hobbit würden die Namen der Ofterschwanger Ortsteile Bettenried, Hüttenberg, Muderbolz, Schweineberg, Oberzollbrücke, Sigishofen, Sigiswang, Tiefenberg, Westerhofen und Wielenberg sicher gut gefallen. Das Dörfchen liegt am Fuße des Weltcupexpress, der per Sesselbahn direkt ins Ski(weltcup)- und Wandergebiet führt. Neben all den guten Allgäu-Attributen gibt es dort eine 18-Loch-Golfanlage sowie eine Reitanlage für begeisterte Amateure und motivierte Anfänger. Natürlich können auch die Kleinen das Glück auf den vier Beinen beim Ponyreiten erfahren. Den Besuch in den beiden Sennereien sollte man keineswegs auslassen. Hier gibt’s guten Käse zum Kosten und viel Wissenswertes für Großstadtkinder zu erfahren. In Ofterschwang wird Familienurlaub groß geschrieben – vom Familienapartment bis zum Urlaub auf dem Bauernhof. Aber auch der Anspruchsvollere findet eine passende Unterkunft bis hin zum 5-Sterne-Luxusresort.

Auch Bolsterlang ist dank seiner Lage auf dem Sonnenplateau ein idealer Urlaubsort für Familien und Naturgenießer. Der Ort, der traumhafte Panoramen und herrliche Wanderwege, zum Beispiel ins romantische Bolgental bietet, hat sich den Charakter eines echten Bergdorfes bewahrt. Auf den Speisekarten der zahlreichen bewirtschafteten Alpen stehen würziger Bergkäse und kräftige Brotzeiten. Tradition wird bei Blasmusik, Bauerntheater und den vielen Festen großgeschrieben. Der Ortsteil Gundelsberg, der ganze drei Anwesen umfasst, liegt mitten im Golfplatz Oberallgäu.

Balderschwang ist mit 220 Einwohnern nicht nur die kleinste Gemeinde Bayerns, sondern auf 1.044 m auch das höchstgelegene Hörnerdorf. Ein weiterer Superlativ ist die 2000 Jahre alte, noch immer austreibende Eibe, die südöstlich vom Ort steht und die Älteste in ganz Deutschland ist. Das Örtchen kann durch die Höhenlage mit einer Nebelfreiheit von 99% werben, was Urlauber hoch erfreuen wird. Sieben Sennalpen laden von Mai bis Oktober zum Besuch ein. Klein, aber „oho“: Balderschwang bietet vier Hotels der 4-Sterne-Kategorie, die sich auf Wellness spezialisiert haben und eine überraschend große Palette von Unterkünften quer durch alle Kategorien und Geschmäcker.

Der Luftkurort Obermaiselstein schließlich mit seiner Lage auf dem Sonnenplateau hat einiges zu bieten: z.B. eine eigene Gleitschirmschule, die vom Schnuppertag bis zur kompletten Höhenschulung Urlaubern im wahrsten Sinne des Wortes Flügel verleiht. Übrigens ist auch der Flug über die schneebedeckten Berge im Winter ein tolles Erlebnis. Daneben den größten Alpabtrieb des Allgäus, mit der Sturmannshöhle die einzige begehbare Höhle des Allgäus, einen Sagenwanderweg sowie den Minigolfpark, der sich mit 18 Bahnen sehen lassen kann. Wer sich für altes Handwerk interessiert, sollte den Besuch beim Brunnenmacher oder Dorfschmied nicht verpassen. Für kleine Besucher ist ein Blick hinter die Kulissen der Dorfbäckerei sicher ein überaus „schmackhaftes“ Erlebnis. Über Termine gibt das örtliche Tourismusbüro Auskunft.

Anreise: Seit 28. Juni 2007 fliegt man ab Hamburg, Berlin und Köln/Bonn zum neuen Airport Memmingerberg überaus bequem ins Allgäu. Für die Weiterfahrt in die ca. 70 km entfernten Hörnerdörfer gibt es Shuttlebusse, die auf die Ankunftszeiten abgestimmt sind und die man telefonisch oder online reservieren kann. Informationen zum Flugplan und den Shuttles unter www.allgaeu-airport.de. Die Anreise mit dem Auto erfolgt aus Deutschland über die A7 bzw. A8. Dann wechselt man auf die B19 Richtung Oberstdorf. Die jeweiligen Abfahrten befinden sich ein Stück hinter Sonthofen. Bequem mit dem Bus reist man ab 40 deutschen Städten mit dem Busreiseanbieter „Komm mit“ aus Sonthofen. Die Abfahrt ist jeweils sonntags, die Rückfahrt am Samstag. Abholung an der Haustür! Bahnreisende steigen am Bahnhof in Fischen aus und werden gerne von den Gastgebern abgeholt.