Gesundheit fördern, Kosten sparen

Auch im Jahr 2012 sind die steigenden Kosten im Gesundheitswesen und der Umgang mit dem demografischen Wandel zwei beherrschende Themen.

9.1.2012 – Die betriebliche Gesundheitsförderung, beispielsweise durch Kuren, kann für beide Problemfelder ein Weg aus der Kostenexplosion sein: Ein investierter Euro in gesundheitsfördernde Maßnahmen bringt mindestens fünf Euro zurück.

Kaum hat das neue Jahr begonnen, machen zwei Meldungen aus der Gesundheits- und Sozialpolitik Schlagzeilen: Der bayerische Ministerpräsident Seehofer meldet Zweifel an der Rente mit 67 an, während der Spiegel Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, der zufolge knapp ein Viertel der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland Verwaltungskosten sind.

Mehrere grundlegende Probleme manifestieren sich hier: Einerseits der demografische Wandel und die mit ihm einhergehende Schwierigkeit der Rentenfinanzierung. Diese zieht die Frage nach der Leistungsfähigkeit im Alter nach sich – Experten befürchten, dass der Anstieg des Renteneintrittsalters für viele Menschen faktisch eine Rentenkürzung bedeutet, da sie nicht in der Lage sein werden, bis zu ihrem 67. Lebensjahr beruflich aktiv zu sein. Ein weiteres Problem ist die Explosion der Kosten im Gesundheitswesen. Gleichzeitig hat nun eine Studie von A.T. Kearney gezeigt, dass 23 Prozent der Ausgaben im Gesundheitswesen Verwaltungskosten sind und es hier ein großes Sparpotential gibt.
Die aufgezeigten Probleme stellen eine enorme Belastung für die gesamte Volkswirtschaft dar. Mit einer stärkeren Berücksichtigung der Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung könnte dem jedoch auf effiziente Weise entgegengewirkt werden. Vor diesem Hintergrund kann Klaus Holetschek, 1. Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes, nicht verstehen, dass seitens der Kassen bei Präventionsmaßnahmen wie der Kur gespart wird, während die Verwaltungskosten steigen: „Das ist eine absurde Fehlverteilung des Budgets. Würde bei der Verwaltung gekürzt und mehr in die Prävention investiert, könnte man so auch die demografische Situation entschärfen, da einerseits die Ausgaben im Gesundheitswesen gesenkt werden können und andererseits die Menschen länger fit und leistungsfähig bleiben.“

Denn laut einer Studie der Strategieberatung Booz & Company zahlt sich jeder Euro, der in die betriebliche Prävention investiert wird, auf volkswirtschaftlicher Ebene mit fünf bis 16 Euro aus – je nach Art und Umfang der Maßnahme. 76 Prozent der Ausfälle, die durch chronische Erkrankungen entstehen, könnten laut VWL-Professor Peter Oberender durch Prävention verhindert werden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin geht davon aus, dass 30 bis 40 Prozent der Arbeitsunfähigkeitszeiten durch Maßnahmen der Unternehmen vermeidbar sind.

Hier stellen vor allem betrieblich geförderte ambulante Kuren in ausgewiesenen Kurorten und Heilbädern ein sinnvolles Präventionsinstrument dar. Denn dort sei, so Klaus Holetschek, eine kompetente medizinische Betreuung mit anerkannten Therapien sichergestellt, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und so eine langfristige Wirkung haben.