Impfbündnis: Ärzte gehen direkt auf Patienten zu

26.3.2021 Lindau (Bodensee). „Wir haben sehr viele Anfragen von Impfwilligen in den Arztpraxen und unsere Telefonleitungen werden teilweise blockiert“, schildern Matthias Pfeifer und Dr. Hans-Jochen Hesseln von der Ärztegemeinschaft AGIL in Lindau in einer Videokonferenz die aktuelle Situation mancher Hausärzte.

Landrat Elmar Stegmann und der Ärztliche Leiter der Impfzentren, Dr. Klaus Adams, hatten Vertreter der niedergelassenen Ärzteschaft sowie den Betreiber der Impfzentren Allgäu Medical zu einem gemeinsamen Austausch eingeladen. Denn laut Ankündigung der Bayerischen Staatsregierung sollen erste Arztpraxen bereits ab 1. April bei den Impfungen einsteigen.

Schwierig, wenn bei diesem Impfbündnis momentan nur der Mangel an Impfstoff verwaltet werden kann.

Die Botschaft der Ärzte an die Patientinnen und Patienten ist: Abwarten und bitte nicht direkt bei den Ärzten melden. „Sollten Ärzte Impfstoff haben, gehen diese direkt auf die Patienten zu,“ erklärt Eva Hessz vom Gesundheitsnetz Westallgäu. Und der Lindenberger Arzt Dr. Franz-Joseph Sauer ergänzt: „Die Ärzte gehen dabei streng nach der Impfpriorisierung vor.“

Die Impfungen über die Impfzentren sowie über die Arztpraxen sind komplett getrennte Systeme. Wie ein Abgleich der Daten erfolgt, ist noch unklar. Einig waren sich die Gesprächspartner jedoch, dass man gemeinsam an einem Strang ziehen wird, um in einem ersten Schritt die älteren Bevölkerungsgruppen durchimpfen zu können.

Landrat Elmar Stegmann hat sich bei den niedergelassenen Ärzten für die Arbeit in den Praxen bedankt, insbesondere auch für die gut funktionierenden Fiebersprechstunden im ländlicher strukturierten Westallgäu:

„Wir werden es auch bei den Impfungen schaffen, einen guten Übergang für unsere Bürger hinzubekommen.“ Ein nächster Austausch ist für Mitte April geplant. Dann gibt es auch schon erste Impf-Erfahrungen aus den Arztpraxen.