Komasaufen: TK mit Beratungsangebot in Metropolregionen

Hamburg (ots) – Im April wies die Techniker Krankenkasse (TK) auf eine deutliche Zunahme des so genannten „Komasaufens“ bei Kindern und Jugendlichen hin. Danach ist Alkoholmissbrauch in der Liste der häufigsten Ursachen für Klinikaufenthalte bei Minderjährigen mittlerweile auf Platz zwölf vorgerückt. Nun bestätigt auch der gestern vorgestellte Bericht der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD), dass viele Jugendliche exzessiv Alkohol konsumieren. Die TK reagiert auf die aktuelle Entwicklung mit einem Beratungsangebot, das zunächst in 19 deutschen Regionen startet.

„Der lockere Umgang mit Alkohol zeigt, dass die Jugendlichen viel zu wenig über die möglichen Folgen exzessiven Alkoholkonsums wissen. Wir setzen deshalb auf professionelle Suchtberater, die in einem individuellen und vertrauensvollen Gespräch über die gesundheitlichen und sozialen Folgen des Komasaufens aufklären“, erklärt Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes. „Wir halten es für außerordentlich wichtig, frühzeitig präventiv anzusetzen, damit die Jugendlichen ihre Problemlage erkennen und aktiv am Genesungsprozess mitarbeiten können“, so Klusen.

Dabei gehe es nicht darum, zu moralisieren, sondern über die Risiken aufzuklären. Die Jugendlichen bekommen die Gelegenheit, über die Gründe ihres Alkoholkonsums zu sprechen. Laut den Suchtberatern der TK zeige sich dabei häufig, dass die Teenager gar nicht wissen, welche Mengen Alkohol in den Getränken enthalten sind, und ihnen auch nicht bewusst ist, welche zum Teil erheblichen Folgen das Trinken für das eigene soziale Umfeld, die schulische Leistungsfähigkeit und die Gesundheit hat.

Bei vielen Kindern und Jugendlichen spielt auch das Umfeld eine wichtige Rolle. Wenn in der Familie, im Freundeskreis oder im Sportverein bereits sorglos Alkohol konsumiert wird, besteht auch für die Kinder eine größere Gefahr, dieses Verhalten zu übernehmen. Deshalb begrüßen es die Suchtberater ausdrücklich, wenn die Jugendlichen Eltern oder Freunde zum Beratungsgespräch mitbringen. „Viele Kinder trinken vor allem in der Gruppe, möchten nicht außen vor bleiben, wenn alle trinken. Wir müssen den Kindern den Rücken stärken und ihnen zeigen, dass man nicht mitmachen muss“, erklärt TK-Vorstand Klusen, „Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier müssen alle Akteure an einem Strang ziehen.“

Das Beratungsangebot der TK findet in folgenden Regionen statt: Berlin, Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Essen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg und Stuttgart. Jugendliche und Familien, die Interesse an einer Beratung haben, können sich unter 01801 – 85 00 85 (ab vier Cent pro Minute, abhängig vom Anbieter) bei der TK melden.