Schwarzwild: Viele Unterallgäuer Jäger nehmen Aufwandsentschädigung an

3.5.2015 Landkreis Unterallgäu. Der Landkreis Unterallgäu beteiligt sich seit vergangenem Jahr an den Kosten für die Verwertung von Wildschweinen. Für jedes erlegte und verwertbare Tier gibt es zehn Euro.

Viele Jäger nehmen diese Aufwandsentschädigung gerne an. Dieses Fazit zog Sonja Stäger von der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt jetzt im Umweltausschuss des Unterallgäuer Kreistags.

Hintergrund sind die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Schwarzwildpopulation sowie steigende Untersuchungskosten. Im Jagdjahr 2014/2015 seien in den Revieren des Landkreises und der Stadt Memmingen insgesamt 683 Wildschweine erlegt worden, berichtete Stäger. Vor 15 Jahren seien es 105 Stück und damit deutlich weniger gewesen. Da mit den Tieren auch die Schäden in Wald und Landwirtschaft zunehmen, ist das Schwarzwild „in den vergangenen Jahren zu einem Problem geworden“, sagte Landrat Hans-Joachim Weirather.

Die Jagd auf die Tiere ist nach Stägers Worten aber nicht nur zeitaufwändig, sondern auch mit Kosten verbunden. So fallen bei der Verwertung von Wildschweinen Kosten für die Untersuchung auf Trichinen (Fadenwürmer) sowie für die Becquerelmessung (Strahlenbelastung) an. Gleichzeitig sinken die Preise, die für Wildbret bezahlt werden. Gerade die Bejagung von Frischlingen sei für viele Jäger wenig attraktiv, wenn sie die Untersuchungskosten den Preisen für Wildbret gegenüberstellen, erläuterte die Referentin.

„Da wir nicht wollen, dass derjenige, der im öffentlichen Interesse handelt und sich die Mühe macht, beim Schwarzwild regulierend einzugreifen, vollständig auf den Kosten sitzen bleibt, haben wir die kleine Aufwandsentschädigung beschlossen“, betonte Landrat Weirather. Diese soll auch ein „Zeichen der Wertschätzung“ sein.

Die Aufwandentschädigung wird gewährt, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: Das Wildschwein muss in einem Revier im Unterallgäu erlegt worden, verwertbar und in einer der fünf fürs Unterallgäu zuständigen Stellen untersucht worden sein. Außerdem ist es Voraussetzung, dass der Revierinhaber Mitglied im jeweiligen Arbeitskreis der Arbeitsgemeinschaft Schwarzwild ist und an den entsprechenden Drückjagenden teilnimmt.

Ein Grund für die steigende Wildschweinpopulation ist laut Stäger unter anderem die deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen – insbesondere durch eine veränderte Anbaustruktur in der Landwirtschaft und durch Veränderungen im Waldbau mit mehr Mischwäldern.