Viele Themen bei der Hauptversammlung der Leistungsgemeinschaft Wangen im Allgäu

29.10.2021 Wangen im Allgäu. Rückblick und Ausblick stehen bei den Hauptversammlungen der Leistungsgemeinschaft Handel und Gewerbe traditionell im Zentrum der Diskussion – in diesem Jahr pandemiebedingt ganz besonders.

Dazu gehört die frohe Kunde, dass es Weihnachtsmärkte geben soll. Ein Dauerbrenner dieser Versammlungen – das Thema Parken – wurde auch dieses Mal nicht ausgespart.

Rückblick auf viele Aktionen

Der Geschäftsführer der Leistungsgemeinschaft (LG), Christoph Morlok, blickte zurück auf die Aktivitäten in den Jahren 2020 und 2021. Die erste coronabedingte Absage traf die Leistungsgemeinschaft 2020 mit dem Ostereiermarkt. Und obwohl das Jahr allen wegen der Lockdowns viel abverlangte, gab es dennoch auch eine Reihe von Veranstaltungen durch die LG wie den Aktionstag im Sommer und den Herbstgenuss. „Wir haben versucht, das Kaufinteresse aufrecht- und in Wangen zu halten“, sagte Morlok.

Dazu gehörte auch, dass die Wangen-liefert-Homepage wieder geöffnet wurde, Werbung über Presse und Rundfunk gemacht wurde sowie die Händlerschaft mit häufigem E-Mail-Versand auf dem Laufenden gehalten wurde. Großen Zuspruch fand das Weihnachtsgewinnspiel, bei dem es attraktive Einkaufsgutscheine zu gewinnen gab. Auch 2021 hatten Händler und Gastronomen wegen der Pandemie viel auszuhalten. Strahlende Gesichter brachte das Pflasterspektakel, welches von der Leistungsgemeinschaft unterstützt wurde, in den Zunftwinkel. Dieses soll im kommenden Jahr – dann hoffentlich in der ganzen Stadt – wiederholt werden.

Beim Sommerspektakel wurden wieder Einkaufsgutscheine verlost, beim Händlerflohmarkt waren die Straßen wieder voller Menschen. „Möglich war dies nur, weil die Straßen autofrei waren“, wie Morlok sagte. Der verkaufsoffene Sonntag zog zunächst viele Menschen in die Stadt, die allerdings vom niederprasselnden Regen ab 15.30 Uhr auch wieder vertrieben wurden.

Die Leistungsgemeinschaft online

Christoph Morlok empfahl allen, ihre Sichtbarkeit im Internet durch Posts und Links zu erhöhen und ihrer Präsenz im Internet mehr Bedeutung zuzumessen. Er rief zudem dazu auf, die eigene Homepage mit der Website der Leistungsgemeinschaft zu verlinken.

Beeindruckende Rückvergütung an die Kundinnen und Kunden

Den Kassenbericht legte wie immer Dietmar Schiele vor. Er dankte Oberbürgermeister Michael Lang und Wirtschaftsförderer Holger Sonntag, dass die Stadt der Händlerschaft seit 2020 einen Betrag von 15 000 Euro zur Verfügung stelle, um für ihre Leistungen und Veranstaltungen zu werben. Jedes Jahr wieder beeindruckend ist die Rückvergütungssumme der seit Beginn im Jahr 2004 eingeführten Wangen-Punkte. Ende 2020 lag sie bei 1 728 861 Euro.

Vorstand in den Ämtern bestätigt

Paul Schwarz, Vorstandsmitglied der Volksbank Allgäu-Oberschwaben, zeigte sich beeindruckt, von dem, was trotz Corona alles gelaufen ist. Er überbrachte die Grüße des Wangener Wirtschaftskreises und übernahm den Tagesordnungspunkt Wahlen. Dabei wurden Vorstand und Geschäftsführer jeweils einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Alles greift in der Stadt ineinander 

OB Michael Lang dankte zunächst der Händlerschaft und den Gastronomen für ihr Durchhalten während der Pandemie. Noch aber sei diese weltweit größte Krise nach dem Zweiten Weltkrieg nicht vorbei, sagte er. Man habe in den vergangenen Monaten sehen können, wie für eine lebendige Innenstadt alles ineinandergreife: Handel, Gastronomie und Tourismus. Er verwies auf die erfolgreichen Impfaktionen, die in diesem Jahr auf dem Wochenmarkt vom mobilen Impftermin gemacht wurden mit bis zu 140 Impfungen an einem Tag – und auch jetzt weiterlaufen. Termine finden sich hier

Wirtschaftsstandort Wangen

Trotz der Krise seien die Beschäftigtenzahlen in der Wirtschaft gewachsen und bei der Gewerbesteuer erwarte die Stadt eine Rekordeinnahme von rund 18 Millionen Euro.
Vorteilhaft auf den Wirtschaftsstandort werde sich auch die Entwicklung des ERBA/Auwiesenareals auswirken. Dort entstehen derzeit 380 Wohneinheiten für rund 1000 Menschen und 300 bis 400 Arbeitsplätze. Ebenfalls in der Entwicklung ist dort ein Hotel.

Was die Landesgartenschau 2024 bringen kann

Mit Blick auf die Landesgartenschau 2024 berichtete OB Lang von einem Besuch der aktuellen Schau in Überlingen, wo er kürzlich bei einem privaten Rundgang durch die Altstadt immer wieder gefragt hatte, ob sich die Landesgartenschau für die Geschäfte gelohnt habe. Alle Inhaber hätten ihm bestätigt, dass 2021 für den Handel und die Gastronomie in Überlingen ein gutes Jahr gewesen sei. Seine Bilanz: „Wir müssen das 2024 so gestalten, dass die Besucherinnen und Besucher automatisch in die Stadt kommen.“ Unter anderem deshalb sei auch der Park bei der Hochwasserente in die Schau einbezogen.

In Überlingen habe sich auch gezeigt, dass die regionalen Speise- und Getränkeangebote die besten gewesen sein. Allerdings warnte er davor, gleichzeitig in der eigenen Gastronomie in der Stadt und auf der Schau vertreten sein zu wollen. Das sei sehr schwierig.

Veränderungen im ÖPNV

In nächster Zukunft werde die Klosterbergstraße attraktiver gestaltet und am Martinstorplatz ein Kreisel gebaut. Der Stadtbus wird ab dem kommenden Jahr in vier Linien und im Halbstundentakt fahren. Im Stundentakt fährt demnächst der Regiobus zwischen Ravensburg und Isny. Und zwischen Lindau und München gebe es mit der Fahrplanumstellung Mitte Dezember auch Schnellverbindungen.

Neues Parkkonzept startet Anfang 2022

Ein neues Konzept zum Parken in der Stadt wird ab Anfang 2022 eingeführt. Die Parkplätze werden dann in gelbe und blaue Zonen eingeteilt. Auf gelben Parkplätzen dürfen nur noch Fahrzeuge mit einer Jahresvignette stehen. Auf den blauen Parkplätzen können Fahrzeuge mit Vignette parken, aber auch solche, die beim Parken ihre Gebühr entrichten. Die Vignette soll 100 Euro pro Jahr kosten und im Dezember verkauft werden.

Diskussion über Autos in der Stadt

OB Lang ging auch auf die autofreien Sommerwochen ein, die geplant und dann wieder abgesagt wurden. „Wir hätten das diskutieren wollen, aber unter den Coronabedingungen war das nicht möglich“, sagte er. Er entschuldigte sich für die Kommunikation, denn es sollten keine Testwochenenden sein, sondern Sommerangebote, bei denen den Menschen die Chance zum Flanieren bei schönen Angeboten und Musik in den Straßen gegeben werden sollte. Es sollten auch jene Geschäftsleute einmal eine Chance haben, den Straßenraum für sich zu nutzen, denen das Vorteile bringen könnte.

„Wir müssen die Menschen wieder daran gewöhnen in die Innenstadt zum Einkaufen zu gehen“, sagte er. Deshalb müsste man ihnen auch etwas bieten, um die Altstadt als Ziel attraktiv zu halten. Bestätigt könne sich die Stadt durch die CIMA fühlen, die Kommunen in Fragen des Handels berät. Sie vertrete die klare Ansicht, dass die Chance des stationären Handels das Erlebnis sei. „Wir müssen gemeinsam darum kämpfen, die Stadt als Treffpunkt zu erhalten“, sagte er. Dem schloss sich später auch Christoph Morlok an: „Die Leute kommen in Zukunft zum Verweilen in die Stadt und weil sie etwas erleben wollen“.

An dieser Stelle hakten Zuhörer ein. Wenn man die Altstadt autofrei mache, gingen 60 Parkplätze verloren. Die Stadt möge doch dann Parkdecks bauen, zum Beispiel am P 14. Lebensmittler seien die Verlierer, wenn die Autos draußen bleiben müssten, hieß es.

OB Lang hielt dem entgegen, dass die Stadt Wangen mit annährend 2.000 Parkplätzen mehr Parkplätze bieten könne, als viele andere vergleichbare Städte. Gerade am Wochenende sei auch der Parkplatz beim Finanzamt in der Regel frei, weil auf Ämtern und in vielen Betrieben samstags nicht gearbeitet werde. Dasselbe gelte für das Schulzentrum. Im Übrigen sei zwischen dem Landratsamt und dem DRK-Ortsverein eine zusätzliche Parkfläche mit 30 Plätzen geplant. Schwierig sei die Lage eigentlich nur an Markttagen.

Im Übrigen polarisiere das Thema. Er sei zum Beispiel angesprochen worden, als kürzlich ein sehr schöner Sportwagen mehrmals in der Stadt eine Schleife drehte – offensichtlich auf der Suche nach einem Parkplatz am Samstagvormittag. Das sei aufgefallen und bei seinem Gegenüber auf Missfallen gestoßen, sagte OB Lang.

Es sei der politische Wille, dass die Menschen auf andere Verkehrsmittel wie den ÖPNV oder das Fahrrad umsteigen. Für die Landesgartenschau 2024 werde vor den Toren der ERBA ein großer Besucherparkplatz entstehen. Dennoch wurde aus der Händlerschaft wieder der Wunsch nach mehr Parkplätzen und nachschüssigem Parken geäußert.

Kurz und bündig 

Millionen von Spindeln lagern noch unter dem Dach der Alten Spinnerei, sagte OB Lang. Gerne sagte er den Händlern auf entsprechende Nachfrage zu, dass sie sich für Deko-Zwecke zur Landesgartenschau 2024 daran bedienen können.

Der Wohnmobilstellplatz soll ab Anfang 2022 wieder nutzbar sein.

Zu den Märkten gibt es laut Christoph Morlok folgenden aktuellen Stand:

Der Martinimarkt kann ohne Rummel stattfinden.

Die Weihnachtsmärkte sind in Planung. Ob und unter welchen Umständen dabei Glühwein ausgeschenkt werden kann, ist noch unklar.

Aktionstage 2022: In der Überlegung sind Aktionstage im Mai und im Sommer. Christoph Morlok sagte, es sei vielleicht zu prüfen, ob mit dem Sommerspektakel auch ein verkaufsoffener Sonntag verbunden werden könnte.

Neu in der LG ist nun auch der Eine-Welt-Laden El Sol. Christoph Morlok ermutigte die Mitglieder, sich verstärkt dem Thema fair gehandelte Produkte zu widmen.

Und sonst noch?
Der neue Regionalleiter der Kreissparkasse, die an diesem Abend auch Gastgeber war, stellte sich vor. Walter Braun ist der Nachfolger von Franz Zwisler und seit 2019 zuständig für Wangen und Leutkirch.