Vortrag über Sport und Physiotherapie

Wie man mit dem richtigen Sport lange gesund bleibt und welche Ursachen hinter scheinbar unerklärlichen Problemen mit dem Bewegungsapparat stecken können, darüber haben jetzt zwei Experten informiert. Sportwissenschaftler Dr. Frank Frebel und Physiotherapeut Gerd Gradwohl sprachen im Landratsamt Unterallgäu über das Thema Sport und Physiotherapie. Der Vortrag im Rahmen der Reihe „… und jetzt erst richtig“ des Unterallgäuer Gesundheitsamts war gut besucht.

Gerd Gradwohl ging vor allem auf wenig bekannte Zusammenhänge zwischen Muskeln, Bindegewebe und körperlichen Schwierigkeiten ein. Wissenschaftlich anerkannt, aber wenig bekannt ist nach seinen Worten zum Beispiel, dass Muskeln mehr als 400 verschiedene sogenannte Myokine produzieren. Das sind laut Gradwohl wichtige Stoffe, die unter anderem für ein starkes Immunsystem und einen guten Stoffwechsel sorgen. Sport und Muskelaufbau hätten deswegen für die Gesundheit eine große Bedeutung. „Wer sich nicht bewegt, beraubt sich der hauseigenen Apotheke“, so Gradwohl. Neben viel Bewegung riet der Physiotherapeut außerdem zu Haltungstraining. Denn auch eine richtige Haltung könne vielen Beschwerden vorbeugen.

Sportwissenschaftler Dr. Frank Frebel empfahl vor allem Krafttraining. Das sei oft effektiver als Ausdauersport und baue Schwierigkeiten im Alter vor, so Frebel. So könne man sich mit Krafttraining vor frühzeitigem Muskelverlust im Alter schützen und die damit verbundenen Folgen vermeiden. Diese sind zum Beispiel eine eingeschränkte Beweglichkeit oder eine leichte Anfälligkeit für Verletzungen wie Knochenbrüche.

Ebenfalls wenig bekannt ist laut Physiotherapeut Gerd Gradwohl die Bedeutung des Bindegewebes. Das Bindegewebe sei das größte Fühlorgan des Körpers, verarbeite mechanische Reize und unterstütze die Muskeln aktiv in ihrer Arbeit. So ist es laut Gradwohl zum Beispiel möglich, dass eine Verletzung des Oberkörpers wie etwa eine Blinddarmnarbe über das Bindegewebe zu Schmerzen im Knie führt und die eigentliche Ursache lange unentdeckt bleibt.